⇐ Zurück

Tastenvirtuose am WEG

Am 1. Februar 2013 konnten Schülerinnen und Schüler der Q11 einem besonderen Ohrenschmaus beiwohnen: Klavierprofessor Wolfgang Watzinger gab eine Kostprobe seines Könnens und erläuterte dazu einige Werke sowie auch seine Biografie.

In Darmstadt geboren, in Erlangen aufgewachsen, absolvierte Watzinger das Klavierstudium an den Hochschulen in Freiburg, Salzburg und Philadelphia, dazu besuchte er Meisterkurse bei Alfred Brendel und Mauricio Pollini. Er gewann etliche Preise und unterrichtete an den Musikhochschulen in Berlin, Detmold, sowie in Wien, wo er bis heute tätig ist.

Professor Watziner erklärte, dass bei den Aufnahmeprüfungen von 80 Bewerbern für Klavier ca. 20 davon ausgesucht werden, die dann im Studium täglich fünf bis sechs Stunden üben müssen. Nur wer sich dieser Disziplin unterwirft und das entsprechende Talent besitzt, hat später eine Chance, als Pianist seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Wolfgang Watzinger, der auch als Juror bei Wettbewerben beisitzt, bewies bei seinem einstündigen Vortrag, dass er wirklich zur Klavier-Elite im deutschsprachigen Raum gehört. Er begann nach einer kurzen Einführung das Konzert mit Mozarts bekannter B-Dur-Sonate KV 570. Perlende Läufe, ein durchsichtiger Anschlag, sowie innig gestaltete Kantilenen zeichneten seine Interpretation aus.

Das zweite Werk, nun schon entschieden schwieriger, was den technischen Anspruch anbetrifft, war die Ballade g-Moll op. 23 von Frédéric Chopin. Dieses Werk, entstanden 1831, unmittelbar nach dem Aufstand gegen die Besatzungsmächte Polens, zeigt alle Nuancen von der schwermütigen Kantilene des Hauptthemas, über hoffnungsfrohe Dur-Akkorde im Seitenthema bis hin zur wild-virtuosen Dramatik in der Schluss-Apotheose.

An die Grenzen des Spielbaren gelangt schließlich Johannes Brahms mit seinen Variationen über ein Thema von Paganini op.35. Paganini, auch Teufelsgeiger genannt, hatte die Virtuosität auf der Violine bis zu einem bis dahin nicht gekannten Niveau gesteigert und war dadurch weltberühmt geworden. Etliche Klavierkomponisten, allen voran Liszt, aber auch Brahms verwendeten Themen Paganinis und verarbeiteten sie für das Klavier. Diese „Hexenvariationen“ von Brahms verlangen vom Interpreten ein immenses technisches Können wie z.B. ein Oktavglissando, große Akkordsprünge, komplizierte Rhythmen, oder enorm schnelles Tempo.

Professor Watzinger meisterte alle technischen Hürden mit Bravour und überzeugte das begeisterte Publikum überdies mit feinsinniger musikalischer Ausgestaltung. Nach dem frenetischen Applaus spielte der Pianist noch Schuberts bekanntes Impromptu As-Dur op. 142 als Zugabe. OStD Dr. Kifmann überreichte Herrn Watzinger als Dank für seine Darbietung eine große Packung Schwabacher Goldpflastersteine.

In diesem Zusammenhang herzlichen Dank an den „Verein zur Förderung des kulturellen Lebens in der Stadt Schwabach e.V.“ für das Zustandekommen dieser Veranstaltung und an Frau Niehoff für die Stimmung des Flügels.


⇐ Zurück
⇑ Nach oben