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Literaturtage 2017

„Auf anderen WEGen“ – das war das Motto der 18. Wolframs-Literaturtage, die am 19. und 20. Januar 2017 stattfanden und für die Fachschaft Deutsch sicherlich den Höhepunkt des diesjährigen Schuljahres darstellten. Zum zweiten Mal waren die Literaturtage nun von einem P-Seminar, dieses Mal unter Leitung von Frau Kellinghaus, geplant und organisiert worden, wobei ein äußerst interessantes und abwechslungsreiches Programm entstand, das unseren Schülern vielfältige und intensive Begegnungen mit Literatur und Literaturschaffenden ermöglichte. Den Beginn der Literaturtage bildete der von Ferdinand Gössnitzer moderierte Eröffnungsabend, bei welchem neben einer Vorstellung der Projektarbeit des vergangenen Jahres auch die Gewinner der schulinternen Schreibwettbewerbe prämiert wurden und ihre ausgezeichneten Texte dem Publikum vorstellten. Dies geschah im Rahmen des Theaterstücks „Das Alles und noch viel mehr“, welches das P-Seminar Theater unter Leitung von Herrn Koch eigens für den Eröffnungsabend entwickelt und einstudiert hatte. Der Freitagmorgen stand dann mit zahlreichen Lesungen und Workshops ganz im Zeichen der Literatur. Ein besonderer Höhepunkt für die Schüler waren dabei die beiden Lesungen der bekannten Kinder- und Jugendbuchautorin Isabel Abedi aus Hamburg, die für die Unterstufe aus ihrem Kinderroman „Verbotene Welt“ und für die Mittelstufe aus ihrem Jugendroman „Isola“ las. Ihre sympathische Art und die mitreißenden Lesungen begeisterten das Publikum so sehr, dass gerade die Unterstufenschüler die Autorin nach der Lesung regelrecht belagerten, um ein Autogramm zu ergattern. Auch der von der Buchhandlung Lesezeichen organisierte Büchertisch erlebte einen unerwarteten Ansturm auf die Werke der beliebten Autorin. Neben Isabel Abedi hatte das P-Seminar aber noch viele weitere attraktive und hochkarätige Autoren aus unterschiedlichsten Bereichen für die Literaturtage gewinnen können. Viel Anklang fand bei den Schülern dabei der Autor Florian Sußner, der zu seinem Fantasy-Spielbuch „Das Feuer des Mondes“ eine Art „Mitmach-Lesung“ gestaltete, bei der die Interaktion mit dem Publikum im Vordergrund stand. Immer wieder musste dabei gemeinsam aus verschiedenen Alternativen ausgewählt werden, welchen Weg der Held einschlagen und wie sein Schicksal sich weiter entwickeln sollte. Die fünften Klassen durften darüber hinaus mit Martin Ellrodt „im Meer der Geschichten angeln“, wobei der Geschichtenerzähler, der schon mehrfach bei den Literaturtagen zu Gast war, die Schüler wieder einmal durch seine fesselnde Art in seinen Bann zog. Gerade für die Oberstufe war das Programm aber nicht nur literarisch, sondern auch historisch und politisch interessant. Die für ihre Jugendbiografien bekannte und ausgezeichnete Autorin und promovierte Historikerin Dr. Maren Gottschalk aus Leverkusen stellte in einem eindrucksvollen und medial unterstützten Vortrag das Leben der Sophie Scholl vor. Der Dichter und Rezitator Gerd Berghofer erinnerte an „Die verbrannten Dichter“ – also jene Autoren, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurden und durch ein Verbot ihrer Werke aus dem kollektiven Gedächtnis verdrängt werden sollten. Großen Zulauf hatte auch die Präsentation des Afghanistan-Veteranen Johannes Clair aus Hamburg, der in seinem autobiografischen Werk „Vier Tage im November“ seinen Auslandseinsatz als Soldat der Bundeswehr aufarbeitet und bei seinem ebenfalls medial unterstützen Vortrag aufzeigt, welche tiefgreifenden und dauerhaften Spuren diese Erfahrung bei den Beteiligten hinterlässt.

 

Neben weitgereisten Gästen hatten die Schüler auch Autoren aus der Region engagiert, so amüsierten sich die Unterstufenschüler über die Anekdoten von Karl-Gustav Hirschmann und die Oberstufenschüler hörten lustige, aber auch nachdenkliche Beiträge der beiden regionalen Poetry-Slam-Meister Peter Parkster und Thomas Schmidt. Dabei nutzte Thomas Schmidt, der auch Moderator des Schwabacher Poetry-Slams ist, die Gelegenheit auch zu einer grundsätzlichen Vorstellung des Formats und animierte die Schüler, sich doch selbst einmal literarisch auszuprobieren und an einem Slam teilzunehmen. Besonders interessant fanden viele Schüler auch die drei ganz jungen Autorinnen, die ihre Werke bei den Literaturtagen präsentierten. Zwei von ihnen, Rebecca Lukasch und Jennifer Schwardt, sind ehemalige Schülerinnen des WEG und haben sich inzwischen mit ihren Romanen erste literarische Meriten verdient. Daneben stellte die 16-jährige Michaela Scheidel ihren Jugendkrimi „Drogenschmuggel leicht gemacht“ vor und informierte dabei auch über die Entstehung des Buches. Abgerundet wurde das Programm auch in diesem Jahr durch zahlreiche Workshops und kreative Angebote, die von verschiedenen Klassen, dem P-Seminar oder einzelnen Lehrkräften angeboten wurden und den Schülern Gelegenheit boten, selbst aktiv zu werden. So konnten sie neben vielen weiteren Angeboten beispielsweise in der „Comic-Werkstatt“ einen eigenen Comic gestalten, an einem „Märchen-Quiz“ teilnehmen oder einen Theater-Workshop besuchen. Insgesamt durften sich alle Beteiligten über die gelungene Organisation dieses außergewöhnlichen Schulfestes, das sich alle zwei Jahre ganz dem Schwerpunkt Literatur widmet und damit das musische Profil des WEG entscheidend mit prägt, freuen.

 

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