Die Befristeten
Bereits in der zweiten Schulwoche präsentierte die Ober- und Mittelstufentheatergruppe ihr Können. Am 20./21.September 2007 führten sie das absurde Theaterstück „Die Befristeten“ nach dem Literaturnobelpreisträger Elias Canetti auf. Es galt ein philosophisches Thema gekonnt in Bilder umzusetzen, damit die Zuschauer den schwierigen und tiefgründigen Inhalt anschaulich und interessant nähergebracht bekommen und die Welt Canettis verstehen oder auch zum Nachdenken darüber angeregt werden. Eine Welt, in der die Menschen den Zeitpunkt ihres Todes nicht kennen. Eine Welt, in der die Menschen Peter, Wilhelm oder Waltraud heißen. Eine Welt, in der die Menschen in Angst und Schrecken vor Mördern leben. Eine Welt wie unsere? Nein. Bei Canetti ist unsere Welt Geschichte. In der Zeit der Befristeten kennt jeder seinen Augenblick. Der Name sagt alles über die Lebensspanne eines Menschen aus. Ein Mörder ist jemand, der seine Kapsel entfernt oder - noch schlimmer – öffnet. Dazu hat man kein Recht. Denn allein der Kapselan, Hüter des Gesetzes, darf in die Kapseln sehen. Doch was geschieht, wenn einer das Gesetz anzweifelt? Alena Pös, in der Rolle der „50“, spielte die Zweiflerin. Sie wollte die „Wahrheit“ des Kapselans nicht länger akzeptieren und öffnete zusammen mit Theresa Schmidt, in der Rolle ihrer Freundin, als erste fremde und dann auch die eigenen Kapseln (Überraschungseier). Sie waren leer. Was hatte das zu bedeuten? War alles eine Lüge des Kapselans? Immer mehr öffneten ihre Kapseln und alle waren leer. Das war das Ende des Kapselans, gespielt von Andreas Artinger, sein Konstrukt verlor die Glaubwürdigkeit, aber war es wirklich besser für die Menschen nicht zu wissen, wann sie sterben würden? Ein interessantes Drama, bei dem zahlreiche „Welle-erfahrene“ Schauspieler mitwirkten. Neben den bereits genannten auch Alina Rapke, Daniela Steub, Stefanie Wenisch, Deborah Henschke, Jonathan Weigl, Janina Stahl, Sarah Walter, Christian Liedel, Saskia Zirn, Nina Hasenfratz, Friederike Karg, Elisabeth Turban, Larissa Walch, Hanna Bindig, Carolin Gstädtner, Anja Liegel, Simone Pompetzki und Andrea Kestler.
Hannes Koch