Die Welle
Einmal Welle – immer Welle!
Die Welle von Morton Rhue diente als Idee, doch im Gegensatz zum Buch steht kein Lehrer im Mittelpunkt, sondern die Schüler. Das Stück handelt auch nicht direkt vom Nationalsozialismus, allerdings erinnern einige Rituale stark an HJ und BDM und spätestens, wenn alle Welle, Welle brüllen und in Reihen marschieren, läuft es einem eiskalt den Rücken herunter.
Die Eigenproduktion orientiert sich an der Welt der Schüler, wobei der Name Welle für die Massenbewegung beibehalten wurde, weil die Mehrheit den Namen gut fand, wegen der Dynamik und Kraft einer Welle. Wer den Bezug zum Buch stärker betont haben möchte, wird vermutlich enttäuscht. Eine Idee aus dem Buch bildet allerdings den roten Faden des Stücks. Wie im Buch zerbricht eine Freundschaft daran, dass einer hinter der Welle steht, während ein anderer sich von der Welle distanziert. Die Schüler spielen zwar Rollen, sind aber sehr nah an ihrer eigenen Lebenswelt, was durch die Verwendung ihrer eigenen Namen und das Tragen ihrer normalen Schulkleidung angedeutet wird.
Auch die Aula des WEG ist bewusst nicht verändert, sondern bietet die Kulisse, denn dieses Stück könnte hier ebenso spielen wie auf dem Schwabacher Marktplatz oder an anderen Plätzen in Deutschland oder Europa, wo sich Schüler und Jugendliche treffen.
Die Sprache ist die Alltagssprache der Schüler, keine Kunstsprache des Theaters. Dennoch werden Gruppenzwänge und Rituale von Gruppen parodiert, nicht zuletzt um derartiges in Frage zu stellen, ebenso wie die Gewalt, welche von Gruppen häufig ausgeht. Deshalb ist die Schlussszene des Stückes auch abstrahiert, denn Gewalt soll hier nicht verherrlicht werden.
Das Stück wurde im Jahr 2006 vor insgesamt ca. 700 Zuschauern dreimal aufgeführt.
