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Junge Leser zum Lesen motivieren

Bibliotheksrallye
Inszeniertes Vorlesen
Literaturquiz
Mitschüler feuern ihr Team an
Schmökern am Büchertisch

 

Projektseminar zum Thema Leseförderung mit Lesetag am WEG

Lesen macht Spaß – das vermittelten Oberstufenschülerinnen des Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasiums eindrucksvoll, als sie für Fünftklässler der Schule am vergangenen Freitag einen Lese-Tag organisierten. Ziel war es dabei, mit verschiedenen Verfahren der Lesemotivation die Begeisterung der jungen Schüler für das Lesen zu wecken und zu stärken.  

Dutzende von Studien bestätigen es: Der Leseeifer der Deutschen nimmt stetig ab. So hat etwa die Stiftung Lesen mit einer umfassenden Repräsentativbefragung zum Leseverhalten der Deutschen belegt, dass jeder Vierte nie ein Buch zur Hand nimmt. Das eigentlich Erschreckende dabei ist, dass der Rückgang der Lesekultur mehr als nur ein unerfreulicher Trend ist. Vielmehr haben wir es mit einer Entwicklung zu tun, die sich aufgrund der Lesesozialisation junger Menschen wohl zwangsläufig fortsetzen wird.

Derartige Forschungsergebnisse veranlassten das Projekt-Seminar Deutsch des Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasiums, sich des Themas „Leseförderung für die Unterstufe“ anzunehmen. Im Rahmen des Abschlussprojektes lud die Gruppe der Q12 am letzten Freitag zu einem Lesetag für die fünften Klassen, der durch den Einsatz vieler motivierender Elemente für die Lektüre von Büchern werben sollte. Dafür hatten die Seminarteilnehmer seit Monaten an einem geeigneten und spannenden Konzept gearbeitet. Damit verschiedene, facettenreiche Angebote gemacht werden konnten, teilte man sich in Gruppen auf, die sich jeweils einem Bereich des Umgangs mit Büchern widmeten. Während des Lesetages durchliefen die Fünftklässler also in verschiedenen Teams mehrere vorbereitete Stationen.

Zum einen war für sie ein Büchertisch aufgestellt worden, auf dem ein breitgefächertes Angebot an Lektüre aus der Schulbibliothek ausgelegt worden war. Hier durften die Schüler ein wenig schmökern. Anschließend sollte sich jedes Kind für das Buch, welches am liebsten lesen würde, entscheiden und diesen Entschluss begründen. Eine zweite Etappe bildete die „Bibliotheksrallye“, in der die jungen Gymnasiasten die Lesebücherei der Schule erforschten, unter anderem indem sie unterschiedliche Fragen zum systematischen Auffinden von bestimmten Büchern beantworteten.

Die nächste Station beschäftigte sich mit dem kreativen Umgang mit Gedrucktem. Hier waren Textauszüge in szenischem Spiel umzusetzen und Texte sinnvoll zu ergänzen, wobei die Schüler ihrer Fantasie freien Lauf ließen und sich ein eigenes Ende für die zuvor vorgestellte Geschichte ausdachten. Wieder andere Fünftklässler durften währenddessen einen spannenden Kriminalfall lösen. Die dafür nötigen Hinweise mussten aus einer Geschichte herausgelesen und mit Hinweisen, die geschickt im Klassenzimmer drapiert worden waren, kombiniert werden.

Einige Seminarteilnehmer hatten es sich zur Aufgabe gemacht, das Vorlesen von Texten für die Kinder zum Erlebnis werden zu lassen. Hierzu wurden Ausschnitte aus dem Buch „Despereaux“ von Kate DiCamillo in jeweils einer Ecke eines abgedunkelten Raumes vorgestellt. Um den „Kleinen“ Ort, Zeit und Verlauf der Geschichte nahe zu bringen und die tragische Handlung eindrücklich zu unterstreichen, wurde das Vorlesen aufwändig mit einem Schattenspiel illustriert, pantomimisch inszeniert, stimmungsvoll mit Gitarrenmusik unterlegt oder auch präzise abgestimmt von einem selbstgedrehten Video begleitet. 

Zum Abschluss des bis dahin bereits sehr gelungenen Tages wurde ein großes „Literaturquiz“ veranstaltet. Auf dieses hatten sich die Fünftklässler über Wochen hinweg vorbereitet, da sie, um die Fragen, die ihnen gestellt werden sollten, beantworten zu können, ihnen bis dato noch unbekannte Bücher hatten lesen müssen. Zusätzlich angetrieben von der Aussicht auf den zuvor bereits angekündigten Preis für die Sieger, gaben sich alle Schüler die größte Mühe, den Sieg für die eigene Gruppe zu erringen. Durch die liebevolle Gestaltung des Mehrzweckraumes, eine gelungene Moderation und viele, manchmal auch bewegungsintensive Spiele wurde das Quiz mit Spannung aufgeladen und so zu einem krönenden Abschluss des Lesetages. Die Siegergruppe „Die coolen Leselöwen“ darf sich nun auf einen Kinobesuch gemeinsam mit den Oberstufenschülern freuen, den die Raiffeisen-Bank Roth-Schwabach großzügig finanziell unterstützt. Aber auch die anderen Gruppen gingen selbstverständlich nicht leer aus: Sie konnten an diesem Tag schließlich nicht nur einige Trostpreise mit nach Hause nehmen, sondern haben zahlreiche neue Bücher kennengelernt und erfahren, wie viel Spaß Gedrucktes machen kann.

Lara Thiede, Q12 / Johannes Glenk, StR

P-Seminar Leseförderung - Einführung

Lesen ist eine wesentliche Schlüsselkompetenz – und Lesen macht Spaß. Trotzdem nimmt die Zahl engagierter und begeisterter jugendlicher (Viel-)Leser stetig ab, ein Umstand, auf den verschiedene Studien seit Jahren aufmerksam machen. Der vielfach beklagten Leseabstinenz entgegenzusteuern, ist das Ziel von Leseförderungs-Programmen, wie sie auch am Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasium in verschiedenen Bereichen zum Tragen kommen. Einen weiteren Baustein dazu will das P-Seminar „Leseförderung für die Unterstufe“ liefern. Fünfzehn Schülerinnen der Oberstufe haben es sich zur Aufgabe gemacht haben, „die Kleinen“ am WEG stärker zum Lesen zu motivieren und sie für Bücher zu begeistern.

Im vergangenen Halbjahr stand als Vorbereitung auf die Projektentwicklung zunächst die Auseinandersetzung mit einigen theoretischen Grundlagen auf dem Programm, zum Beispiel die Auswertung von Studien zum Leseverhalten Jugendlicher in Deutschland, deren Ergebnisse nicht durchweg mit den anschließend durchgeführten Umfragen in Unterstufenklassen am WEG übereinstimmten. Einen weiteren Seminarinhalt stellte die Erkundung des aktuellen Jugendbuchmarktes dar, wozu unter anderem ein Informationsbesuch in der Buchhandlung Lesezeichen stattfand. Gegen Ende des Schuljahres wurden einige Gruppen von Fünftklässlern in Form einer von den P-Seminar-Schülerinnen liebevoll gestalteten Bibliotheks-Rallye mit der Schulbücherei und deren „Geheimnissen“ vertraut gemacht.

Dabei profitieren die Schülerinnen des P-Seminars davon, dass an der Universität Erlangen-Nürnberg zeitgleich ein im Prinzip thematisch analoges Hauptseminar zu Lesekompetenz und Leseförderung stattfand. Dessen Leiterin, Frau Dr. Christel Meier vom Lehrstuhl für Deutschdidaktik, gestaltete im April am Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasium einen Workshop zu Verfahren der Leseförderung. Anfang Juli besuchten die WEGler eine Seminarsitzung in Erlangen, wo sie sich mit Studierenden über dieses Thema austauschten und sich über spezifische Lesestrategien informieren konnten. Der Leiter des P-Seminars stellte den Studierenden anschließend beispielhaft Maßnahmen der Leseförderung am WEG vor, wie etwa die traditionellen Literaturtage, und beantwortete diesbezügliche Fragen aus einer praxisorientierten Perspektive.

Ihre an der Uni erworbenen Erfahrungen und Kenntnisse werden die P-Seminaristinnen sicher in die weitere Projektarbeit einfließen lassen. Ganz nebenbei lernten die Schülerinnen auch noch die Räumlichkeiten kennen, in denen so manche vielleicht schon bald ihr Studium aufnehmen wird. Denn einige wollen vielleicht Lehrerinnen werden und ihren Schülern dann besonders viel Freude am Lesen vermitteln.

Johannes Glenk, StR


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