Das Leben als römischer Legionär am Limes

Am 18.03.2026 unternahmen die 9. Klassen des Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasiums eine spannende Exkursion ins ca. 60 km entfernte Limeseum Ruffenhofen. Begleitet wurden die Schülerinnen und Schüler von Herr Fuchs, Herrn Prediger und Frau Mauer. Diese Exkursion war Teil des Lateinunterrichts und sollte den Schülerinnen und Schülern ein tieferes Verständnis für die römische Geschichte und deren Einfluss auf unsere Region vermitteln.
Die Vorbereitungen für die Exkursion begannen bereits einige Wochen im Voraus. Die Schülerinnen und Schüler hatten sich intensiv mit Cäsars „De bello Gallico“ sowie römischer Eroberungspolitik im 1. Jahrhundert vor Christus auseinandergesetzt. Am Tag der Exkursion trafen sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer früh morgens an der Schule, um gemeinsam mit dem Bus nach Ruffenhofen zu fahren.
Nach einer etwa einstündigen Busfahrt erreichten wir das Limeseum Ruffenhofen. Es handelt sich dabei um ein archäologisches Freilichtmuseum, das 2012 eröffnet wurde und die Geschichte des Limes, der ehemaligen römischen Grenzlinie, im Gebiet um den Hesselberg und Süddeutschland anschaulich macht.
Um den Besuch optimal zu gestalten, wurden die Schülerinnen und Schüler in drei Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe durchlief ein speziell auf sie zugeschnittenes Programm, das aus einer Führung durch das Außengelände, einem archäologischen Workshop und einer Führung durch das Museum bestand.
Die erste Gruppe begann mit einer Führung durch das Außengelände. Hier erhielten die Schülerinnen und Schüler detaillierte Informationen über das Bodendenkmal Limes, das nicht ausgegraben ist, sondern durch Bepflanzung und Teilkonstruktionen sichtbar gemacht wurde. Der Führer erklärte die Bedeutung des Limes als Grenzbefestigung und Handelsdrehkreuz und gab Einblicke in das Leben der Soldaten im Limes und der Zivilbevölkerung im daneben liegenden „vicus“, dem Lagerdorf. Anhand eines rekonstruierten Wohnhauses wurde deutlich, wie die Familien der Soldaten und die Handwerker im „vicus“ lebten. Alle Häuser waren zweckmäßig und effizient gestaltet und bereits zum damiligen Zeitpunkt als Reihenhäuser konzipiert, um Baumaterial und Baukosten zu sparen. Gleichzeitig boten sie für die damalige Zeit einen gewissen Komfort: Der angrenzende Garten zur Selbstversorgung verfügte nämlich sogar über einen „Erdkühlschrank“.
Die zweite Gruppe nahm währenddessen an einem archäologischen Workshop im Museum teil. Hier erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Tätigkeit eines Archäologen. In speziell präparierten Kisten konnten sie eigene Ausgrabungen durchführen und staunten über als Ton- und Knochenreste, die sie mithilfe von kleinen Spateln und Pinseln sorgfältig freilegten und die genaue Position der Funde anschließend auf Millimeterpapier exakt dokumentierten. Diese praktische Erfahrung war besonders lehrreich und nachhaltig.
Die dritte Gruppe erhielt zeitgleich eine Führung durch das Museum. Hier wurden die Schülerinnen und Schüler in die Bedeutung des Limes eingeführt, der in der damaligen Zeit eine Doppelfunktion hatte: Einerseits diente er als Grenzbefestigung, gleichzeitig regelte er aber auch den Warenverkehr zwischen dem Imperium Romanum und Germanien. Besonders beeindruckend waren die Nachbildungen römischer Waffen und Rüstungsteile, die die Schülerinnen und Schüler auch ausprobieren konnten. Die Führung gab auch Einblicke in die römische Kampf- und Verteidigungstaktik, die ebenfalls erprobt wurde, indem die sog. „Testudo“-Taktik (Schildkröte) nachgestellt wurde, bei der die Soldaten der zweiten und dritten Reihe ihre Schilde über die Köpfe der Vorleute halten, so dass diese vor Pfeilen geschützt sind.
Die Schülerinnen und Schüler waren begeistert von den neuen Erkenntnissen und den praktischen Erfahrungen, die sie während der Exkursion gesammelt hatten. Die Rückfahrt verlief ohne Zwischenfälle, und wir erreichten die Schule pünktlich am frühen Nachmittag.
Die Exkursion ins Limeseum Ruffenhofen boten den Schülerinnen und Schülern lehrreiche und unterhaltsame Einblicke, gleichzeitig konnten sie praktische Erfahrungen sammeln. Dies zeigt, wie wichtig es ist, Geschichte nicht nur theoretisch zu lernen, sondern auch durch praktische Erfahrungen zu erleben. Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für die tolle Organisation und die Unterstützung.
StDin Regina Mauer

