Zwischen Propagandaplakat und Schützengraben: Die Klasse 8b im Bayerischen Armeemuseum in Ingolstadt

Ziel des Ausflugs war das Museum des Ersten Weltkriegs im Reduit Tilly, eine der größten Dauerausstellungen zu diesem Thema in Europa. Unter dem Titel „Propaganda und ihre Wirkung im Ersten Weltkrieg“ führte eine Museumspädagogin die Schülerinnen und Schüler durch die Ausstellungsräume. Anhand von Plakaten, Postkarten und einer dem Kronprinzen Rupprecht von Bayern gewidmeten Kriegsnagelung (einem hölzernen Objekt, in das gegen eine Spende Nägel geschlagen wurden) erfuhren sie, mit welchen Mitteln im Ersten Weltkrieg Begeisterung erzeugt, Feindbilder aufgebaut und der Durchhaltewille gestärkt werden sollten und wie weit diese Darstellungen von der Erfahrung der Soldaten entfernt waren.
Besonders eindrücklich wurde dieser Widerspruch im nachgebauten Schützengraben der Ausstellung: Enge, Stacheldraht und militärische Ausrüstung vermittelten einen unmittelbaren Eindruck von den Lebensbedingungen an der Front und bildeten einen deutlichen Kontrast zu den heroischen Darstellungen der Propaganda. Auch die zahlreichen militärhistorischen Exponate wie die ausgestellten Gasmasken und schweren Geschütze machten den industriellen Charakter des Krieges sichtbar.
Der Besuch schloss an die Unterrichtsreihe zum Ersten Weltkrieg an und vertiefte zugleich eine Kompetenz, die weit über das Fach Geschichte hinausreicht: Botschaften nicht einfach unkritisch hinzunehmen, sondern stets nach ihrer Herkunft, Absicht und Wirkung zu fragen. So wurde das eingangs von der Museumspädagogin zitierte Sprichwort „Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit“ nicht nur zum Leitgedanken der Führung, sondern auch zu einer der zentralen Erkenntnisse des Exkursionstages.
Ina Albrecht


